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Die Zeit ist eins der
unerklärlichsten Phänomene und gleichzeitig eins der größten Probleme
der heutigen Zeit. Man hat einfach nicht genug davon. Tausend Dinge
könnte ich noch in einen Tag stecken, wenn dieser nur länger wäre.
Dennoch, das ein oder andere passt noch hinein, so wie die Lektüre eines
Buchs über Aikido. Und nachdem ich es gelesen habe, habe ich mich
entschlossen dieses Buch auf budonews zu empfehlen. In bescheidenem
Rahmen werde ich dies auch mit anderen Büchern tun.
Aber immer nur dann, wenn ich es persönlich kenne und schätze. |
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Aikido wurde Anfang des
20th Jahrhunderts von Morihei Ueshiba gegründet. Grundlegende
Idee war dabei eine Kampfkunst zu entwickeln die sich darauf
konzentriert die Kraft und Energie des gegnerischen Angriffs
gegen ihn selbst zu lenken.
Und dabei selbst einem Prinzip möglichster Gewaltlosigkeit zu
folgen. Statt mit harten Blocks und Schlägen Verteidigung und
Gegenangriff durchzuführen, lässt man den Gegner praktisch ins
Leere laufen und gibt dabei seinen Bewegungen eine neue
Richtung.
So gesehen wird der Angreifer nicht bekämpft, sondern geführt.
Aikido ist damit eine Kampfkunst, die den ethischen Grundsatz
der Kampfkünste, nämlich diese verantwortungsvoll und ohne böse
Absicht einzusetzen, besonders hervorhebt.
Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass viele der
Hebeltechniken des Aikido durchaus geeignet sind schwere Brüche
in Gelenken und Knochen zu verursachen.
Hebeltechniken übrigens, die man auch in anderen Kampfkünsten
wieder findet. So existieren im Karate viele Griffe und
Hebeltechniken, die denen des Aikido ähneln. Auch die Prinzipien
des Tai Sabaki, der Formen des Ausweichens zeigen hier eine
Verwandtschaft.
Und zweifellos hat Ueshiba Aikido nicht aus dem Nichts
erschaffen, sondern musste um die Existenz und Techniken anderer
Kampfkünste wie Judo, Jiu Jiutsu und Karate gewusst haben.
Aus diesen Gründen ist diese Buch über Aikido durchaus auch
interessant für Kampfkünstler, die Karate, Tae Kwon Do, Jiu
Jiutsu, oder sonstige asiatische Kampfkünste trainieren.
Denn eigentlich sind alle Kampfkünste miteinander verwandt. Und
die allzu große Separierung der Kampfkünste
untereinander |
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ist vergleichbar mit der Ablehnung
eines schmackhaften Essens, nur aus dem Grund,
weil man es einfach nicht probieren möchte. Wer jedoch sein Herz
öffnet und bereit ist zu lernen, der wird im Aikido Prinzipien
und Techniken finden, die vielleicht sogar dazu beitragen, das
Verständnis für die eigene Kampfkunst, hier vielleicht Karate,
zu vertiefen.
Dieses Buch ist bestellbar
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Randomhouse |
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Kenei Mabuni ist der erste
Sohn von Kenwa Mabuni. Der Begründer des Shito-Ryu lernte Karate
bei Yasutsune Itosu und Kanryo Higashionna. Zudem studierte er
alte chinesische Formen des Weißen Kranichs und das Karate von
Peichin Aragaki.
Um 1930 begann Mabuni in Osaka sein Karate zu unterrichten und
bezeichnete es bald darauf als Shito-Ryu. Dabei gilt Shito-Ryu
mit der Vereinigung des Karate von vier bedeutenden
okinawanischen Schulen als besonders vielseitig und umfangreich.
Tatsächlich gilt Kenwa Mabuni auch heute noch als bedeutender
Meister und absoluter Experte im Bereich der Kata.
Dank dem intensiven Studium der Kata des Karate und ihrer
Aufnahme in seine Schule trug Mabuni wesentlich zum Erhalt und
der Überlieferung von Kata bei.
Und viele von ihm bewahrte und gelehrte Kata lassen sich heute
in anderen Schulen, wie dem Shotokan wiederfinden.
Sein erster Sohn Kenei Mabuni der 1918 geboren wurde, erlebte
die Entwicklung des Shito-Ryu von Anfang an mit. Er ist heute
einer der letzten Großmeister, aus der Zeit als sich die
okinawanische Kampfkunst zum heutigen Karate entwickelte. Kenei Mabuni ist niemand,
der sich den Karateanzug anzieht ins Dojo geht, trainiert und
den Karateanzug dann wieder auszieht. |
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Kenei Mabuni ist jemand,
der Karate lebt. Der verstanden hat, dass es im Karate um mehr
geht als um die Fähigkeit des Kämpfens. Dass es in Wahrheit
darum geht den eigenen Körper zu verstehen und zu lernen, wie
man ihn am effektivsten bewegt.
Es gibt eine Geschichte,
eigentlich gibt es viele Geschichte, aber diese eine
verdeutlicht das oben geschriebene. Einmal, als Kenei Mabuni
einen Lehrgang gab, kam die Mutter eines Kindes zu ihm und
erzählte ihm stolz, dass ihr Kind schon seit dem 4. Lebensjahr
Karate trainiert und fragte seit wann er denn schon trainiere.
Und Mabuni erwiderte, dass er schon im Bauch seiner Mutter
getreten und geschlagen habe. Bei erster Betrachtung klingt die
Geschichte vielleicht amüsant, bei tieferer Betrachtung versteht
man, das Mabuni damit auch zum Ausdruck gebracht hat, dass
Karate etwas natürliches ist. Dass es nichts geheimnisvolles,
mystisches ist, sondern lediglich offenbart, welche Energie der
menschliche Körper hat, wenn die Bewegungen auf die richtige
Weise ausgeführt werden.
Ich selbst durfte einige
male bei Meister Mabuni trainieren. So wie im Mai 2009, als er,
92 Jahre alt, in Berlin einen Lehrgang gab. Und die
Natürlichkeit mit der er technische Anwendungen erklärte, und
die Art wie er Karatetechniken einsetzte war einfach nur
faszinierend.
Bei der abendlichen Vorstellung dieses neuen Buches versammelten
sich über hundert Lehrgangsteilnehmer. Es war ein geradezu
festlicher Moment und es ist ein besonderes Buch. Ein Buch von
92 Jahre gelebtem Karate.
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Palisander |
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